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Gesprächskultur entwickeln

Über die Organisation des Alltags hinaus wird jedes Paar eine Menge zu besprechen haben, viele Entscheidungen fällen müssen oder manchen Konflikt klären. Paartherapeuten empfehlen dafür ein bewusst vereinbartes gemeinsames Gespräch pro Woche. Es empfiehlt sich, einen festgelegten Termin und Zeitraum einzuhalten, Störungen auszuschalten und sich einen angenehmen Rahmen zu schaffen, um gut miteinander ins Gespräch zu kommen. Da kann jede/r einfach erzählen, was ihn oder sie gerade beschäftigt, oder es können in Ruhe und ohne akuten Streit Probleme besprochen und gelöst werden. Wichtig ist, sich auf persönliche Themen und die Beziehung zu konzentrieren, so werden sich die Partner nicht fremd, sondern im Gegenteil lernen sich immer besser kennen. Diese Termine können (Über)Lebensquell für die Partnerschaft sein!

Kommunikation verbessern

Die wirksamste Hilfe für ein Paar auf seinem Weg durchs Leben ist die Einübung des gemeinsamen Gesprächs. Sich gut zu verständigen, ist die Voraussetzung dafür, dass tragfähige gemeinsame Entscheidungen möglich sind. Eigene Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse so zu äußern, dass der Partner sie verstehen kann, kann man lernen!
Ein Gesprächstraining für Paare, das sich in der begleitenden Forschung als äußerst wirksam erwiesen hat, ist EPL bzw. KEK (Ein Partnerschaftliches Lernprogramm wendet sich eher an jüngere Paare, während Konstruktive Ehe und Kommunikation für die Erfordernisse einer Partnerschaft mit Geschichte konzipiert ist). Beide Trainings sind in der Lage, das eingefahrene Kommunikationsmuster eines Paares positiv zu verändern. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen: es funktioniert!
Und obendrein wächst durch gegenseitiges Verstehen das Vertrauen, sich aufeinander verlassen zu können, was Sicherheit im Streitfall und für unvermeidliche Durststrecken bietet. EPL und KEK möglichst bald gelernt sind sowohl eine gute Vorbeugung gegen eskalierende Krisen, wie auch eine gute Vorbereitung für Zeiten, in denen es eben doch schwierig wird.

Weitere Infos zu EPL und KEK finden Sie unter Gesprächstraining EPL / KEK. link setzen (s. Navigationsleiste)

Oasen für die Liebe schaffen

Angenehme Unternehmungen zu zweit sind Oasen für die Partnerschaft, mit denen man auftanken kann. Aber auch Zeiten und Zeichen, die ihren festen Platz im Alltag haben, sind Tankstellen und geben Halt und Sicherheit. Der bewusste Kuss am Morgen, die Versöhnungsgeste nach einem Streit, das Feiern des Hochzeitstages sind kleine Alltagsrituale, deren tieferer Sinn über eine bloße Gewohnheit hinausgeht. Sie dienen der Selbstvergewisserung und zeigen: auch wenn es gerade stressig zugeht, ist unsere Gemeinsamkeit gut! Im Entwickeln solcher liebevollen Paarrituale im Alltag sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Auch Zärtlichkeit und Sexualität sind Kraftquellen für die alltäglichen Herausforderungen und zugleich Orte, an denen immer wieder ein Stück Himmel aufblitzt, und das Geschenk der Beziehung ähnlich wie an ihrem Anfang erfahren wird. Dann kann die Beziehung zu einer Gotteserfahrung werden, zu einem Ort seiner Gegenwart, ebenso wie im gemeinsamen Gebet und im Austausch religiöser Erfahrungen. Denn beides, das spirituelle und das sexuelle Miteinander, sind das Intimste, was Menschen miteinander teilen und zusammen erleben können.

Verzeihen und sich versöhnen

In einer langjährigen Beziehung bleiben kleinere und größere Verletzungen nicht aus. Nicht immer gelingt es, ein Versäumnis oder eine Schuld zu korrigieren und damit wieder gut zu machen. Manchmal ist die Liebe verletzt und eine innere Aussöhnung kann nur durch Vergeben erreicht werden.
Spätestens wenn es bei Kleinigkeiten immer wieder zu ernsthaften Kränkungen kommt, muss sich der Einzelne fragen, ob da nicht eine größere, grundsätzlichere Verletzung dahinter steckt. Dann kann es notwendig werden, das Thema in einem ruhigen Gespräch ohne Vorwürfe (auch mit einem professionellen Dritten) aufzugreifen und aus der Blickrichtung der Betroffenen zu beleuchten mit dem Ziel, die Situation des jeweils anderen zu verstehen.
Eine Verletzung kann nur der Verletzte aus der Welt schaffen, indem er verzeiht und sich so von seinen negativen Gefühlen entlastet. Und verzeihen geschieht leichter, wenn der Andere eingesteht, dass etwas falsch gelaufen ist und dass es ihm leid tut. Verzeihen können und um Verzeihung bitten müssen in Worte gefasst werden. Ein Handschlag oder ein anderes Ritual oder auch ein Fest besiegeln, dass Versöhnung geschieht.

Wenn Sie sich von unabhängigen Dritten beraten lassen wollen, finden Sie hier die Standorte der Eheberatungsstellen (link auf Navigationsleiste Paarberatung))

Dem Stress begegnen

Stress als Auslöser für Unverständnis und manchen Streit ist der Beziehungskiller Nr. 1. Immense Anforderungen in der Arbeit, hohe Ansprüche an die Erziehung der Kinder usw. bringen die Einzelnen an den Rand ihrer Kräfte. Sie können zu psychischen oder gesundheitlichen Problemen führen, verschlechtern die Kommunikation und erst recht die Sexualität. Ein achtsamer Umgang mit Stress in der Familie ist darum wesentlich für die Zufriedenheit mit der Partnerschaft.
Oft hoffen Paare, dass ihnen ihre Beziehung einen Ausgleich für den Stress im Beruf oder mit den Kindern schenkt, und sind dann doppelt enttäuscht, wenn sie feststellen, dass auch die Partnerschaft Pflege und somit Energie kostet. In bestimmten Lebensabschnitten - mit kleinen Kindern beispielsweise - haben Paare oft keine andere Wahl als zu funktionieren, doch gilt es, den Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem die Beziehung wieder im Focus der Aufmerksamkeit stehet. Kein Bereich – weder Kinder, Partner, Arbeit oder die eigene Person - darf durchgängig vernachlässigt werden.
Stress muss zwar dort gelöst werden, wo er entstanden ist, aber zum Stressabbau oder als Ausgleich helfen angenehme kreative, soziale, kulturelle oder körperliche Aktivitäten. Es empfiehlt sich, eine Liste möglicher Aktivitäten bereit zu halten, die einzeln oder als Paar angegangen werden können.

Als Paar nicht allein

Heutzutage sind Paare und Familien oft weit weg von der Herkunftsfamilie auf sich alleine gestellt. Besonders im Alltag mit Kindern ist man aber immer wieder mal angewiesen auf ein unterstützendes Netz von Verwandten, Freunden und Nachbarn. Auch für die Partnerschaft können andere Paare eine wichtige Funktion übernehmen. Zu erfahren, dass Andere sich mit ähnlichen Problemen herumschlagen - die offensichtlich nicht individuell sind, sondern mit der Lebenssituation zu tun haben - oder zu merken, dass sich Situationen mit dem Älterwerden der Kinder ganz schnell verändern können, lässt die eigenen Schwierigkeiten in einem anderen Licht erscheinen. Orte, an denen sich Paare treffen und austauschen, sind Möglichkeiten zu Solidarität und zur gegenseitigen Unterstützung. Dies können Familienkreise in der Gemeinde sein oder auch entsprechende Krabbelgruppen.

Wenn es in Ihrer Gemeinde keine solchen Netzwerke gibt, erhalten Sie Tipps, wie man einen Familienkreis gründen kann beim Fachbereich Ehe und Familie oder beim Familienbund der Katholiken

Jedes Paar kann in die Situation kommen, dass es der Unterstützung und fachkundigen Hilfe von Außen bei der Bewältigung seiner Schwierigkeiten bedarf. Es ist nicht ehrenrührig, sich Beratung zu holen, damit das partnerschaftliche Miteinander besser gelingt – es zeigt im Gegenteil, wie wichtig den Beteiligten die Partnerschaft ist.

Die Eheberatungsstellen helfen Ihnen gerne weiter.

Johanna Rosner-Mezler

Kontakt

Diözese Rottenburg-Stuttgart
Kirche und Gesellschaft
Fachbereich Ehe und Familie
Jahnstraße 30, 70597 Stuttgart

Tel: 0711 9791 230

E-Mail: ehe-familie(at)bo.drs.de